12.01.2017
WICKEDE (RUHR). Das kommunale Freibad sei der Gemeinde Wickede (Ruhr) lieb und vor allem auch teuer. – Dies machte Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) am Mittwochabend (11. Januar 2017) im Bürgerhaus bei der Jahreshauptversammlung des Freibad-Fördervereins deutlich. Rund 50 der fast 200 Mitglieder des Vereins nahmen an der Versammlung teil.
Das betriebswirtschaftliche Defizit von rund einer viertel Million Euro netto pro Jahr bezahle der Steuerzahler. Umgerechnet auf die üblichen Öffnungstage zwischen Anfang Mai und Ende August seien dies zirka 2.000 Euro pro Tag an reinem Zuschuss.
Michalzik erklärte des weiteren, dass die Gemeinde trotz der erheblichen Kosten zu der beliebten Freizeiteinrichtung stehen würde. Viele andere Städte und Gemeinde böten ihren Bürgern allerdings kein solch schönes Bad mehr vor Ort.
Angesichts der hohen finanziellen Schulden von Wickede (Ruhr) könne die Kommunalaufsicht die Gemeinde allerdings auch zwingen auf freiwillige Freizeitangebote wie ein Freibad zu verzichten oder die Eintrittspreise für den Besuch des Bades anzuheben.
Bürgermeister, regelmäßiger Bad-Besucher und Fördervereins-Mitglied
Bürgermeister Dr. Martin Michalzik, der selbst regelmäßiger Besucher des Wickeder Freibades und Mitglied des Fördervereins ist, reagierte damit auf Begehrlichkeiten einiger Versammlungsteilnehmer. Unter anderem ging es dabei um die Sanierung von Sanitärräumen und noch längere Öffnungszeiten sowie flexiblere Anfangs- und Endzeit der Badesaison.
Unmut wurde darüber geäußert, dass das Wickeder Freibad während der schönen Spätsommertage Mitte September 2016 bereits geschlossen war.
Bürgermeister Dr. Martin Michalzik hielt dagegen, dass insbesondere die Arbeitsverträge der Saisonkräfte beim Personal nicht so einfach kurzfristig verlängert werden könnten. Die Mitarbeiter benötigten eine gewisse Planungssicherzeit und hätten teilweise schon wieder Anschlussverträge mit anderen Arbeitgebern.
Spontane Verlängerung der Freibadsaison bei Sonnenschein ist problematisch
Schwimmmeister Michael Scheffler, Beiratsmitglied des Fördervereins, pflichtete Bürgermeister Michalzik bei. Von außen sehe es häufig so aus, als ob bei Schönwetter in der Nachsaison einfach nur spontan mit einer Saisonverlängerung reagiert werden müsste. Neben der Personalplanung müssten beispielsweise Energiekosten und Hygienevorgaben zwingend beachtet werden. So könne aus Sicherheitsgründen beispielsweise nicht nur so einfach ein Becken betrieben werden – wie dies aus der Versammlung vorgeschlagen wurde.
Michalzik machte den Anwesenden mit plausiblen Worten klar, dass sich das Freibad-Team bereits seit Jahren um eine Optimierung rund um Öffnungszeiten und Kosten kümmere.
Dank an Mitglieder für finanzielle und tatkräftige Unterstützung
Herzlichen Dank sagte der Bürgermeister den Mitgliedern des Fördervereins für ihre finanzielle und tatkräftige Unterstützung des kommunalen Freibades. – Der Verein hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Sitzmobiliar und Spielgeräte für die Freizeiteinrichtung gespendet. Zudem hatten sich Vorstand und aktive Mitglieder immer wieder handwerklich an Sanierungs- und Säuberungsaktionen im Bad beteiligt.
Verein will Geld für spätere Investitionen sparen
Ralf Hettwer als Vorsitzender des Fördervereins erklärte, dass man in diesem Jahr keine größeren Investitionen im Bad tätigen wolle. Vielmehr spare man das Geld für mögliche Renovierungsmaßnahmen im Jahre 2018 oder später, um die Gemeinde dann zu unterstützen.
Da kam eine Spende der Jungsozialisten über 1.500,00 Euro gerade recht, die im Rahmen der Jahreshauptversammlung offiziell übergeben wurde. Die Juso's hatten den Betrag in der "Roten Hütte" unter'm grünen Tannenbaum auf dem Weihnachtsmarkt erwirtschaftet. – Auch Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) freute sich darüber, dass die Nachwuchsorganisation der politischen Konkurrenz einen solch stattlichen Betrag für die "Blaue Lagune" der Ruhrgemeinde gespendet hat.
Vorstand von Versammlung entlastet und in bisheriger Zusammensetzung bestätigt
Nach der Entlastung des Vorstandes und der einstimmigen Wiederwahl des Kassierers setzt sich das Führungsgremium des Freibad-Fördervereins wie folgt zusammen: Vorsitzender Ralf Hettwer, Stellvertretender Vorsitzender Werner Mischke, Kassierer Gisbert Heimann und Schriftführer Helmut Bäcker. Dem Beirat gehören an: Kerstin Irmer aus Voßwinkel sowie Horst Risse und Michael Scheffler.
Zu Gast war bei der Versammlung übrigens auch Ruheständler Rolf Teipel, der bis zur vorletzten Saison 23 Jahre den Kiosk im Freibad betrieben hatte.
ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“
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